Samstag, 7. Februar 2015

Tag 27: Blumen....

Heutzutage ist er bei den meisten als reiner Kommerz verschrien und man boykottiert ihn immer mehr; viele glauben gar, er wäre eine Erfindung der Blumen- und/oder Süßwarenindustrie. Die Rede ist vom Valentinstag, den ich selber auch ablehne -- ich möchte von einem potentiellen Partner nicht nur an einem Tag, den der Kalender (oder eben die Industrie) vorgibt, bedacht werden, sondern auch unter'm Jahr mal.

Dennoch hat es mich mal interessiert, zu erfahren, wo der Valentinstag herkommt -- ob er wirklich nur eine Masche der Industrie ist, um den Umsatz anzukurbeln. Und war erstaunt, was ich rausgefunden habe: Den Gedenktag gibt es bereits seit dem 5. Jahrhundert. Wem gedacht wird, ist indes nicht ganz klar. Die meisten Quellen nennen den Bischof Valentin von Terni: dieser soll im 3. Jahrhundert nach Christus Soldaten getraut haben (war damals verboten lt. kaiserlichem Erlass: Soldaten sollten unverheiratet bleiben) und ihnen Blumen aus seinem Garten zur Trauung geschenkt haben. Dieser Valentin wurde am 14.2.269 aufgrund seines christlichen Glaubens enthauptet. Genau 200 Jahre später wurde vom damaligen Papst der 14.2. der Valentinstag eingeführt; verschwunden aus dem römischen Generalkalender ist er erst 1969 im Nachgang des II. Vatikanischen Konzils.

Lange Zeit war dieser Tag in Vergessenheit geraten bzw. genauso behandelt worden wie die zig anderen Gedenktage, die es so gab -- bis er im 14. Jahrhundert am englischen Hof wieder entdeckt wurde. Seither gab es in England die Tradition, daß am Vorabend des Valentinstages Valentinspaare gebildet wurden (Losverfahren), die sich am 14.2. beschenkt haben.

Auswanderer nahmen diesen Brauch mit in die "Neue Welt", sprich in die Vereinigten Staaten. Das war vermutlich der Untergang des eigentlich netten Brauches ;-)

Seither hat sich einiges getan: es gibt Valentinsbälle (seit den 50er Jahren, inspiriert durch die US-Soldaten, die nach dem II.WK in Deutschland stationiert waren), und natürlich den inzwischen doch sehr mit Druck (und Geld) verbundenen Brauch, sich Blumen und Süßigkeiten zu schenken.

In anderen Ländern wird der Valentinstag im übrigen ganz anders gefeiert wie bei uns: So verschenken z.B. in Japan die Mädchen Schokolade an ihre Angebeteten, in Finnland werden anonym Geschenke verschickt; nicht nur an den Möchtegernpartner, sondern auch an gute Freunde, in Italien entstand der Brauch des Schlösser-an-Brücken-Anbringens, der inzwischen inflationär jede Groß- (und Klein-)stadt Deutschlands erfasst hat.

Ich finde es schade, daß ein so alter Brauch innerhalb von ein paar Jahren durch Kommerz und dadurch auch Zwang zerstört wurde :-/ Ähnliches lässt sich seit rund 10 Jahren mit Halloween beobachten; eigentlich ein alter irisch-keltischer Brauch ist dieses inzwischen auch nur noch "Süßes-oder-Saures" bzw. ein willkommener Anlass, sich weit vor Fasching/Karneval/Fasenacht/... (am besten halbnackt) zu verkleiden und zu feiern (und der Industrie viel Geld einzubringen nebenbei)... Eigentlich traurig!

Freitag, 6. Februar 2015

Tag 26: Ein Becher voll Gutem?!?

Manchmal stolpert man über Begrifflichkeiten oder Sprüche, die der Alltag so mit sich bringt und bei denen man eigentlich gar nicht so recht weiß, wo sie herkommen. Ein Beispiel dafür ist der "Schierlingsbecher". Was genau ist damit gemeint und woher kommt dieser Begriff?

Das hat mich heute interessiert, und deswegen habe ich mich schlau gemacht und folgendes dazu gelernt: der Begriff stammt aus der Antike und bezieht sich auf einen Becher voller Saft der Pflanze mit dem schönen Namen "gefleckter Schierling" befand. Dieser ist hochgiftig und wurde auch entsprechend eingesetzt. Beliebt war er v.a. bei zum Tode Verurteilten als Mittel zur freiwilligen Selbsttötung bevor es zur Hinrichtung kam.

Das berühmteste Opfer, das sich so das Leben genommen hat, war Sokrates, der einen silchen Becher 399 v.Chr. zu sich genommen hat, um der Hinrichtung zu "entkommen".

Wer einen solchen Cocktail zu sich nimmt, spürt wohl --wie bei den meisten Giften-- eine Lähmung, die sich von den Beinen her ausbreitet und letzten Endes zum Herzstillstand führt, da die Herzmuskulatur gelähmt wird.

Donnerstag, 5. Februar 2015

Tag 25: Salvia hispanica

Auf dem "Öko"- bzw. "bewusst-ernähren"-Markt findet sich ja bekanntlich alle zwei, drei Jahre etwas ganz Neues, von dem man davor noch nie etwas gehört hatte. Das Comeback des Leinsamens, das Auftauchen von Quinoa, Açaibeeren, Gojibeeren, Stevia statt Zucker, ... sind nur einige Beispiele für dieses Phänomen. 

Jetzt gibt es wieder etwas Neuartiges, von dem bis vor kurzem nur die wenigstens Menschen etwas gehört haben dürften: Chiasamen; Samen einer hauptsächlich in Mexiko vorkommenden Pflanze der Salbeigattung. Die Samen weisen einen sehr hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren, Proteinen, Antioxidatien, Vitaminen und Mineralstoffen auf -- und sollen dadurch, daß sie schnell sättigend wirken und den Stoffwechsel anregen, auch für Diäten gut geeignet sein (noch ein Verkaufsargument). Kultiviert wird die Pflanze inzwischen v.a. in Südamerika; die kosten liegen pro Packerl (300-500g) bei ca. 10€.  

Man gibt die Samen in Wasser, damit sie aufquellen können und kann sie dann entweder so zu sich nehmen oder als Verdickungsmittel in Suppen, Soßen, ... geben. 


Ich habe von der Existenz dieser Samen nicht nur erst vor ein paar Tagen erfahren, sondern sie auch heute getestet (bin ja ein neugieriger Mensch). Aussehen tut das ganze wie im Bild untenan, schmecken tun die Samen nach nichts, allerdings ist die schleimige Konstitenz sehr gewöhnungsbedürftig (auch wenn diese in Gerichten sicher nicht weiter auffällt). 

Ich bin mal gespannt, welche Samen in 2-3 Jahren "in" sein werden (NB: ich bezweifle nicht, daß diese ganzen Produkte gesund sein sollen, bin aber dennoch der Meinung, das hier einfach auch oft Geld gemacht wird mit dem Schlagwort "gesunde Ernährung" und "Öko"... ;-)


Mittwoch, 4. Februar 2015

Tag 24: Fingerlänge und Treue

Laut einer aktuellen Studie britischer Wissenschaftler gibt es genetisch bedingt zwei Menschentypen: die einen, die treu sind und die anderen, die das eben nicht sind. (Gut, das hätte ich auch ohne Studie sagen können). Was aber neu ist, ist daß sich der entsprechende Typ anhand der Länge des Ringfingers (im Vergleich zum Zeigefinger) ableiten lässt: Je länger der Ringfinger im Vergleich zum Zeigefinger ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß man zum "untreuen" Typ gehört. Zugrunde liegt dieser Annahme wohl die Tatsache, daß die Länge des Ringfingers (bzw. die des Zeigefingers) damit zusammhängt, wieviel Testosteron im Mutterleib vorhanden war: viel Testosteron --> längerer Ringfinger, weniger Testosteron kürzerer Ringfinger.
Der Studie nach sind untreue Männer häufiger wie untreue Frauen: 57% der Männer sind untreu, bei den Frauen sind es 47%. Der Zeigefinger ist allerdings bei 62% der Männer kürzer wie der Ringfinger, bei Frauen 50%.
Entweder haben bei der sonstigen Erhebung in der Studie die Teilnehmer nicht die Wahrheit gesagt, oder die "Ringfingerlängemethode" ist nicht so ganz korrekt ;-)

Und wie sieht es mit meinen eigenen Fingerverhältnissen aus? Mein Ringfinger ist leicht länger wie mein Zeigefinger. Das hieße jetzt eigentlich, daß ich eher ein untreuer Typ bin.... dem ist aber beileibe nicht so; vermutlich bin ich die Ausnahme der Regel ;-) Oder die Studie ist einfach nur Schmarrn und aus der nicht unüblichen Langeweile unter Wissenschaftlern entstanden. ;-)

Dienstag, 3. Februar 2015

Tag 23: Ohrenschmalz...

In der Wikipedia (in der man ja schon durchaus oft (auch fundiertes) Wissenswertes findet) bin ich heute auf das Eiweiß ABCC11 gestoßen.

Das korrespondierende Gen ist auf Chromosom 16 beheimatet und wurde bisher nur bei Säugetieren, was den Menschen mit einschließt, gefunden. Nun -- was macht dieses tolle Protein? Es ist dafür zuständig, welche Art von Ohrenschmalz und Körpergeruch wir so bilden bzw. entwickeln. Das Allel hierzu ist dominant; d.h. der Wildtyp  mit zwei ABCC11-Genen sowie der Mischtyp setzen sich durch: der Ohrenschmalz von Säugetieren mit diesen Kombinationen ist fettig und feucht, der Körpergeruch intensiv(er). Liegt eine Punktmutation vor und beide Allele kommen nicht zur Ausprägung, ist der Ohrenschmalz weiß und trocken und die Entwicklung des Körpergeruchs sehr gering.

Letzterer Phänotyp tritt in in Deutschland nur bei 2,6% der Bevölkerung auf. Generell gilt in der "westlichen Welt", daß dieser sehr selten ist -- und die Menschen dort also gelbes Ohrenschmalz haben. In Asien sieht die Lage anders aus: dort weisen ungefähr 80% den Genotyp für weißes Ohrenschmalz auf. In Korea liegt die Quote sogar bei 96%.

Was ist nun das Interessante an solchen Verteilungen? Zum einen kann man daraus Rückschlüsse auf die Durchmischung der Bevölkerung ziehen, zum anderen kann man allerhand Untersuchungen anstellen u.a. bezüglich der Frage inwiefern der Genotyp bestimmte Erkrankungen begünstigt oder nicht. So wurde lange gemutmaßt, daß Brustkrebs bei Frauen mit weißem Ohrenschmalz (also mit der entsprechenden Punktmutation) seltener ist wie bei Frauen mit anderen Genotypen bzgl. dem Protein ABCC11. Diese Behauptung konnte bisher aber nicht so recht bestätigt werden.

Montag, 2. Februar 2015

Tag 22: da liegt noch ein Paket von mir...

Heute habe ich beim Rückweg von der Süßwarenmesse in Köln fast schon am Ende der Fahrt (also in München) endlich mal herausgefunden, was sich in dem unten abgebildeten Gebäude bei der Donnersberger Brücke befindet. Gefragt habe ich mich das schon oft (einfach weil es ein auffällig großes und wohl v.a. wegen der Glaskuppel auffälliges Gebäude ist) und wollte schon oft mal danach googeln; aber wie das oft so ist: was man "mal" googlen will, vergisst man dann doch wieder. Da ein mitfahrender Kollege aber die gleiche Frage gestellt hat, hab ich dann doch gleich nachgeschaut und herausgefunden, daß dort das Münchner Hauptzollamt, auch Zollfahnungsamt, seinen Sitz hat.

Erbaut wurde es 1912 und diente schon immer dem gleichen Zweck. Im zweiten Weltkrieg erlitt es einige Schäden, blieb aber dennoch gut erhalten. Als Zollamt untersteht es der Bundesfinanzdirektion und kümmert sich um das Erheben von Zöllen und Verbrauchersteuern sowie um die Bekämpfung von Schmuggel und Produktpiraterie. Heutzutage sind aber in dem Gebäude selber nur noch Randabteilungen untergebracht (u.a. Schwarzarbeit), etliche Räume stehen leer. Die meisten Abteilungen des Hauptzollamtes sind in ein neues Gebäude in der Nähe des Alten Botanischen Gartens umgezogen.


Sonntag, 1. Februar 2015

Tag 21: türkische Nüsse

Eine interessante Erkentnis auf der internationalen Süßwarenmesse: die Nüsse für Nutella kommen (wohl) allesamt aus der Türkei. Dort befinden sich mehrere Plantagen, die Nutella (bzw Ferrero) gehören und ausschließlich für dieses Produkt Nüsse "herstellen".